Verfasst von: unterwasserfrosch | 28. Mai 2008

Meine Wanderschuhe – Eine Abschiedshommage

Schuhe haben etwas Rührendes, Hilfloses, Faszinierendes, wenn sie so dastehn, ohne uns darin. Gehn mit uns durch schwere Stunden, nur getreten und geschunden auf unserem Lebensweg von Anbeginn. Können mehr von uns berichten, als viel Worte und Geschichten, und wo es das Schicksal will, führn sie uns hin.
(Reinhard Mey – Die Schuhe)

Danke für eine tolle Zeit!

Verfasst von: unterwasserfrosch | 27. Mai 2008

So schwer kann das doch gar nicht sein

ja, man kann mir durchaus vorwerfen ein wenig zu optimistisch an die Sache herangegangen zu sein. Nach neun Monaten Irland müsste ich ja eigentlich wissen, wie der Hase hier läuft. Und er läuft bekanntlich nicht allzu schnell.

Trotzdem dachte ich, dass es kein Problem sein dürfte ein Konto aufzulösen – innerhalb eines Bankbesuches. Woher dieser Optimismus tortz dieses Erlebnisses kam, weiß ich selber nicht so genau, aber er war da. Und tatsächlich lief zunächst alles schneller als gedacht: Ich legte meine Bankkarte und den Ausweis vor, die nette Frau am Schalter druckte den Aufhebungsvertrag aus und wenige Sekunden später setzte ich meine Unterschrift darunter. Nun fehlten also nur noch der Stempel der Bank plus Unterschrift und die Auszahlung des bisschen Restgeldes, das sich noch auf meinem Konto befindet.

Die Deutschexperten unter euch dürften nun bereits an der angewandten Zeitform des Verbs „befinden“ im letzten Satz gemerkt haben, dass sich das Geld immer noch auf meinem Konto befindet und das Konto damit auch noch existiert.

Na heu, was ist denn da passiert? Kurz nachdem ich, wie gesagt, unterschrieben hatte, wollte mir die Frau von der Bank mein Geld auszahlen. Um mir auch ja den richtigen Betrag zu geben, befragte sie noch einmal ihren schlauen Computer und der stellte fest, dass ich letzte Woche noch einen Scheck auf das Konto eingezahlt hatte, der Betrag des Schecks aber noch nicht auf meinem Konto angekommen ist. Und solange das der Fall ist, kann ich mein Konto nicht auflösen…

Und nu? „Kommen Sie einfach morgen nochmal wieder.“

Danke!

Verfasst von: unterwasserfrosch | 27. Mai 2008

King of the road

Links fahren mit einem „Linksrum-Auto“ fetzt. Viel links fahren mit einem „Linksrum-Auto“ fetzt noch viel mehr. Ihr könnt sehen, ich habe unseren Trip nicht nur überlebt, sondern habe das merkwürdige Fahrverhalten der Iren sehr genossen. Es war wirklich toll und wir beide waren gestern Abend schon ein bisschen traurig, als wir unseren schicken silbernen Opel Corsa wieder abgeben mussten.

1400 km ist der mit uns durch Irland geflitzt:

- vom Poulnabrune-Dolmen bis zu den Cliffs of Moher

- von Tralee nach Killarney

- vom Ring of Kerry auf den Skellig Ring (inkl. Valentia Island)

- bis nach Cork und Cobh

- und von dort über Bunratty Castle wieder zurück nach Sligo

Einziges Defizit des kleinen Flitzers: Er wurde von der Autovermietung entmannt. Alex sind uns sicher, dass er gedrosselt war. Anders lässt sich das „schlechte Ziehen“ trotz guter PS-Zahl nich erklären…

Verfasst von: unterwasserfrosch | 22. Mai 2008

Das hamm’wer uns verdient

Geschafft. Unsere letzte Prüfung haben wir heut Vormittag hinter uns gebracht. Jetzt wird erstmal relaxt. Gleich geht es nach Strandhill und dort erwartet uns hoffentlich ein schnuckliges, kleines Auto, das die nächsten Tage uns gehört.

Damit machen wir die Insel nochmal richtig unsicher – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn obwohl wir beide ja schon Linksfahrerfahrung haben, bin ich doch bis jetzt immer nur in deutschen Autos hier auf der für uns falschen Seite gefahren. Ab heute wird es noch verrückter: Dann sitz ich ja auch noch auf der falschen Seite und schalten muss ich mit der linken Hand. Das kann heiter werden. Als ob ich so nicht schon genügend Probleme mit rechts und links hätte.

Also an alle, die gedacht haben, dass es jetzt mit dem Daumen drücken vorbei ist, nur weil wir die Prüfungen weg haben: Vergesst es! Ab jetzt heißt es Daumen drücken, dass ihr auch nächste Woche hier wieder etwas lesen könnt ;-)

Verfasst von: unterwasserfrosch | 21. Mai 2008

Es hackt wohl

Exakt neun Monate sind wir am Freitag hier in Irland. Fazit: Ich kann kein Hackfleisch mehr sehen.

Normalerweise liebe ich Hackfleisch in jeder Form: Als Klops, in der Lasagne, im Reisauflauf, im Chili con carne… Aber da der Fleischmarkt in Irland nun mal so aussieht, dass wenn man Fleisch essen will, das Studentenbudget fast immer nur Hackfleisch erlaubt, wisst ihr ja jetzt, was wir die letzten Monate am häufigsten fleischmäßig gesehen gegessen haben… Und versteht vielleicht auch meine Abneigung.

Dies darf ruhig auch als Hinweis verstanden werden, für alle, die mir demnächst ein Begrüßungsessen kochen wollen ;-)

P.S. Des einen Leid des anderen Freud (ja ich weiß, dass das normalerweise andersherum funktioniert, aber dann passt es nicht auf die Situation): Da ich zum Beispiel aus dem Chili con carne heut Mittag nur Bohnen und Mais gegessen habe, bekommt der Alex die doppelte Portion Hackfleisch…

P.P.S. Tipp an alle, die ein Begrüßungsessen für den Alex planen: Versucht es ja nicht mit Spaghetti à la Alex.

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