ja, man kann mir durchaus vorwerfen ein wenig zu optimistisch an die Sache herangegangen zu sein. Nach neun Monaten Irland müsste ich ja eigentlich wissen, wie der Hase hier läuft. Und er läuft bekanntlich nicht allzu schnell.
Trotzdem dachte ich, dass es kein Problem sein dürfte ein Konto aufzulösen – innerhalb eines Bankbesuches. Woher dieser Optimismus tortz dieses Erlebnisses kam, weiß ich selber nicht so genau, aber er war da. Und tatsächlich lief zunächst alles schneller als gedacht: Ich legte meine Bankkarte und den Ausweis vor, die nette Frau am Schalter druckte den Aufhebungsvertrag aus und wenige Sekunden später setzte ich meine Unterschrift darunter. Nun fehlten also nur noch der Stempel der Bank plus Unterschrift und die Auszahlung des bisschen Restgeldes, das sich noch auf meinem Konto befindet.
Die Deutschexperten unter euch dürften nun bereits an der angewandten Zeitform des Verbs „befinden“ im letzten Satz gemerkt haben, dass sich das Geld immer noch auf meinem Konto befindet und das Konto damit auch noch existiert.
Na heu, was ist denn da passiert? Kurz nachdem ich, wie gesagt, unterschrieben hatte, wollte mir die Frau von der Bank mein Geld auszahlen. Um mir auch ja den richtigen Betrag zu geben, befragte sie noch einmal ihren schlauen Computer und der stellte fest, dass ich letzte Woche noch einen Scheck auf das Konto eingezahlt hatte, der Betrag des Schecks aber noch nicht auf meinem Konto angekommen ist. Und solange das der Fall ist, kann ich mein Konto nicht auflösen…
Und nu? „Kommen Sie einfach morgen nochmal wieder.“
Danke!